Die amerikanische Aktivistin und Moderatorin Annie Leonard hilft uns mit
ihrem ausgezeichnetem Video "The Story of Stuff", den kompletten Konsumkreislauf und
die damit verbundenen sozialen und ökologischen Folgen zu verstehen. Der
wahre Preis unserer Produkte steht nicht auf dem
Preisschild der Verpackung.
Jedes Produkt hat seine eigene Geschichte. Und diese Geschichte ist oftmals viel länger als wir auf den ersten Blick erkennen können. Sie beginnt beim Anbau der Rohstoffe, geht über die Herstellung, den Vertrieb und unseren eigenen Konsum, und endet noch lange nicht im heimischen Mülleimer.
Mit dem Wahlsieg Margaret Thatchers in Großbritannien 1979 und der US-Präsidentschaft Ronald Reagans ab 1981 begann eine "neoliberale Revolution", die den Kapitalismus tiefgreifend verändert hat, indem sie seine sozialen Aspekte immer weiter reduzierte. Diese Ära ging 2007 mit einer Immobilienkrise zu Ende, die die westliche Welt in ein Wirtschaftstief stürzte und eine Zeit ökonomischer und politischer Unsicherheit eröffnete, deren Ende auch 2012 nicht abzusehen ist.
Als Margaret Thatcher in Großbritannien und Ronald Reagan in den USA die Regierung übernahmen, starteten diese beiden überzeugten Anhänger mit Hilfe von Wirtschaftsberatern der mächtigsten Großbanken eine Deregulierungskampagne sondergleichen: Stück für Stück zerschlugen sie alles, was nach der großen Depression 1929 und der Nachkriegszeit geschaffen worden war, um dem Kapitalismus eine soziale Komponente zu geben. Ihre Nachfolger, ob konservativ oder "links", führten diese Politik fort. So bestand ironischerweise die letzte Amtshandlung des Demokraten Bill Clinton im Oval Office in der Unterzeichnung eines Gesetzes, das den Staat völlig entwaffnen und Finanzmärkten endlich erlauben sollte, sich so zu entwickeln, wie es ihnen beliebte.
Das neue Zeitalter führte zu allgemeiner Verschuldung und einem Spekulationskapitalismus, in dem der sofortige Profit verlockender ist als Investition und in dem nicht mehr der einzelne Anleger, sondern die ganze Welt die Risiken trägt. Zwischen Produktions- und Finanzsektor tat sich ein tiefer Graben auf.
Spekulation hatte es im Kapitalismus schon immer gegeben. Doch was früher als Ausnahme galt, wurde nun die Regel. Die weltweite Finanzwirtschaft geriet aus den Fugen: Das Oligopol der Großbanken wurde zum Unsicherheitsfaktor, und mit der neuen Wirtschaftselite wuchs die soziale Ungleichheit. Doch dann riss die Realität die Finanzriesen aus ihren Träumen: im Jahr 2007 implodierte das System.
Die Filmemacher Jean-Michel Meurice und Fabrizio Calvi bieten einen Einblick in das Zusammenwirken jener Mechanismen, die die Finanzwelt in die aktuelle Krise geführt haben.
Der Neo-Liberalismus in der Wirtschaftspolitik hat im Verlauf der letzten 30 Jahre die Banken immer mächtiger werden lassen. Profit hat oberste Priorität, statt Investitionen bestimmen Spekulationen die Geschäfte. Dabei gerät die Politik immer mehr unter den Einfluss omnipräsenter Finanzmanager. Wird die gegenwärtige Finanzkrise daran etwas ändern?
Geschäftsbanken, Hedgefonds und Versicherungen spielen mit Risiken und Vertrauen, mit wahren und falschen Werten. Derivate werden immer komplexer, Kommissionen steigen ins Unermessliche, und Geldmengen bewegen sich immer schneller um die ganze Welt. Die Gefahr einer Finanzblase steigt. Ob Rohstoffe, Immobilienkredite oder undurchschaubar gewordene Finanzinstrumente - die Spekulanten machen auf der Suche nach Profit vor nichts halt.
Wie konnte sich dieses System durchsetzen, und warum können die Staaten es nicht mehr kontrollieren? Die Antwort scheint nahe zu liegen: Die Bankiers haben die Macht übernommen. In den Vereinigten Staaten etwa ist die "Krake" namens Goldmann Sachs allgegenwärtig und viele Männer und Frauen in Machtpositionen waren oder sind immer noch für diese Bank tätig. Auch in Europa, vor allem in Brüssel, schreiben die omnipräsenten Banken den Staaten ihre Gesetze vor. Und eine Änderung ist trotz globaler Finanzkrise nicht in Sicht.
Inside Job ist ein Dokumentarfilm von Charles H. Ferguson über die weltweite Finanzkrise ab 2007.
Der Film wurde von Sony produziert und im Mai 2010 bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt und erhielt 2011 den Oscar.
Der
Dokumentarfilmer befragt Banker, Politiker und Wirtschaftsprofessoren
nach den Ursachen der Finanzkrise und kommt zu dem Fazit, dass der Grund
für die Krise in der Liberalisierung der Finanzmärkte liegt. Ferguson
zeigt auf, dass unter Präsident Barack Obama teilweise die gleichen
Personen für die Kontrolle der Finanzmärkte zuständig sind, die seinen
Recherchen nach die Krise mit ausgelöst haben.
THE AMERICAN DREAM ist ein unterhaltsamer, anspruchsvoller 30 minütiger amerikanischer Animationsfilm. Alle Amerikaner streben nach dem American Dream, wobei dieser Film zeigt, wie der Traum zusehens in Weite Ferne rückt. Wissen Sie wie Ihr Geld geschaffen wird? Weshalb Immobilienpreise in die Höhe schnellen und ebenso ins Bodenlose stürzen? Wissen Sie was das Federal Reserve System ist und wie es funktioniert und ganz konkret Ihren Alltag beeinflusst?
Auf der Website der Autoren sind umfangreiche Informationen wie die Film-DVD verfügbar. Ebenso besteht die Möglichkeit das Projekt finanziell zu unterstützen.
Der Geist des Geldes ist die einzige deutsche Dokumentation, die Erfolgsautor Bernard A. Lietaer anführen kann - Miterfinder des Euros und ehemaliger Zentralbanker.
Aus zahlreichen unterschiedlichen Blickwinkeln zeigt die Dokumentation von Yorick Niess die vielen Facetten des Geldes auf, das mehr ist, als es zu sein scheint. "Der Geist des Geldes" macht deutlich, dass Geld eine größere Bedeutung hat, als ihm im Allgemeinen beigemessen wird. Es soll Funktionen wahrnehmen, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen. Und das hat Folgen, die nur selten an ihm fest gemacht und so offenbar werden wie durch die aktuelle Finanzkrise.
U. a. mit Jean Ziegler, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Elmar Altvater, Götz Werner und Dennis J. Snower, Leiter des Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW).
Andy Bichlbaum und Mike Bonanno sind zwei besonders einfallsreiche globalisierungskritische Politaktivisten. Sie geben sich mit unglaublicher Chuzpe als Vertreter offizieller Organisationen, internationaler Konzerne und Regierungen aus und lassen sich zu Statements und Reden in Fernsehsendungen oder auf internationalen Konferenzen einladen. Stets seriös in Anzug mit Krawatte gekleidet, wollen sie durch bewusst satirische und schockierende Reden über die Auswüchse der globalisierten Wirtschaft ihr Publikum - Konzernmanager, Lobbyisten und Regierungsvertreter - aufrütteln.
Trotz ihrer abstrusen Theorien und Powerpoint-Präsentationen, die offensichtlich die Grenzen der Ethik überschreiten, gehen ihnen ihre Opfer oftmals auf den Leim. Im Namen von Marktgesetzen und ökonomischen Grundsätzen werden offenbar die verrücktesten und unmenschlichsten Ideen akzeptiert. Fast könnte man die Wirtschaftskrise 2008 als Glücksfall bezeichnen - immerhin führte sie jene ad absurdum, die gestern noch das wirtschaftliche Denkmonopol hatten. Allein schon das macht die Yes Men heute zu Propheten.
Die weltweiten Getreidevorräte reichen gerade einmal für 37 Tage, obwohl die Versorgung nach offiziellen Vorgaben 60 Tage lang gewährleistet sein muss. Warum ist das so? Der Anstieg der Rohstoffpreise, die Verknappung landwirtschaftlicher Nutzflächen, der Einsatz pflanzlicher Grundstoffe zur Herstellung von Biotreibstoff, und auch die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten aufstrebender Volkswirtschaften wie Indien und China haben die Welt in eine tiefe Nahrungsmittelkrise gestürzt, die offenbar außer Kontrolle zu geraten droht.
Die Filmemacher haben in Europa nachgeforscht und Meinungen von Experten der Welternährungsorganisation FAO zum aktuellen Ungleichgewicht der Märkte eingeholt. Sie haben sich in den ländlichen Regionen Argentiniens und der USA umgesehen, den beiden größten Produzenten von Biotreibstoff und Befürwortern genmanipulierter Pflanzen. Und sie sind nach China gereist, um nachzufragen, wie die dortige Regierung die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung sichern will. Denn Chinas Bedarf an Getreide entspricht schon heute der gesamten Weltproduktion. Peking betreibt ein Wettrennen gegen die Zeit, mit dem Ziel, immer schneller immer mehr Nahrungsmittel zu produzieren. Ein Spiel mit hohem Einsatz, bei dem es um die Zukunft und das Gleichgewicht des gesamten Planeten geht.
Toxic City wird der Stadtteil Agbogbloshie der Hauptstadt Ghanas genannt. Dort schlachten kleine Kinder Elektroschrott aus. Tausende Tonnen Elektroschrott – auch aus Deutschland – gelangen jährlich per Schiff nach Ghana.
Europäische Reeder verschiffen alte PCs und Geräte nach Afrika, wo die Fracht illegal entsorgt wird. Schwermetalle verseuchen Mensch und Umwelt. Die giftigen Schwermetalle verseuchen die Menschen, die Böden, die Flüsse und die Fische – und die Händler verdienen dabei ein Vermögen. Ein Großteil des Elektroschrotts kommt aus Deutschland.
Als Second-Hand-Ware deklariert kommt der Sondermüll nach Accra. Dass die alten Bildschirme Blei und krebserregendes Kadmium enthalten und aus den Kühltruhen giftige Flüssigkeiten tropfen, interessiert niemanden. Die Pfützen schimmern in Regenbogenfarben. Im Fluss Densu, der schwarz und zäh mitten durch die Halde führt, schwimmen keine Fische mehr.
Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm "The Corporation" hat Konzerne zum Thema - und deren Kritik.
Er gewann den Titel als beliebtester kanadischer Film beim Internationalen Filmfestival in Vancouver, 2004 den Publikumspreis des angesehenen Sundance Film Festivals und 2005 den Genie Award als bester Dokumentarfilm. Und das obwohl das Thema des Filmes keineswegs ein leicht bekömmliches ist. Doch den Regisseuren - Mark Achbar, Joel Bakan und Jennifer Abbott - ist es gelungen, dieses anschaulich aufzubereiten. Es geht um Nike und Lego. Und um noch viel mehr. Es geht um Konzerne.
Das als sehr wirtschaftsfreundlich bekannte Magazin The Economist schrieb über den Film: „Beide Lager der Globalisierungsdebatte sollten aufmerken. The Corporation ist ein überraschend rationaler und intelligenter Angriff auf die wichtigste Institution des Kapitalismus.“
Der Film analysiert zu Beginn das Handeln großer Unternehmen unter dem Gesichtspunkt, dass sie Personen, nämlich juristische Personen sind. Dies hat den historischen Hintergrund, dass der oberste Gerichtshof der USA Unternehmen als juristischen Personen dieselben Rechte wie Menschen als natürlichen Personen zugesprochen hatte. Diese juristische Konstruktion hat sich mittlerweile fast weltweit durchgesetzt. Dies nahmen die Filmemacher zum Anlass, die Handlungen und Verhaltensweisen von real existierenden Großunternehmen (Kapitalgesellschaften) auf eine Art und Weise zu analysieren, als wären diese Menschen. Als Maßstab dienen dabei die DSM-IV-Richtlinien, die Ärzten und Psychologen zur Beurteilung des psychischen Zustands einer Person dienen. Für die Analyse wurden dabei nur tatsächlich geschehene und durch Medienberichte dokumentierte Aktivitäten bekannter Unternehmen herangezogen, vorwiegend aus den USA. Die Filmemacher kommen zu dem Schluss, dass alle Kriterien für schwerste (menschliche) psychische Störungen auf die untersuchten Kapitalgesellschaften zutreffen. Der für den Film interviewte Robert Hare, Psychologieprofessor an der University of British Columbia und FBI-Berater, schließt daraus, dass ein profitgeleiteter Konzern nach klinischen Gesichtspunkten einem Psychopathen gleichzusetzen sei.
Der Film liefert unter anderem einen historischen Abriss der Geschichte der Rechtsformen von Unternehmen. Dabei vertritt er die Position, dass die Entwicklung zu dem im Film dokumentierten unverantwortlichen Verhalten mit der Ablösung des persönlich für sein Unternehmen haftenden Unternehmers durch die anonyme Kapitalgesellschaft, bei der niemand mehr wirklich für deren Handeln als Ganzes haftbar ist, eingeleitet wurde.
Andere Themen sind zum Beispiel: Smedley Butler und der 1933 versuchte Coup gegen Franklin D. Roosevelt; die Privatisierung der städtischen Wasserversorgung Boliviens durch die Bechtel Corporation im Jahr 2000 und die daraus resultierenden Proteste in Cochabamba.
Der Film enthält außerdem Interviews mit prominenten Kapitalismuskritikern wie Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael Moore, Vandana Shiva und Howard Zinn einerseits, andererseits aber auch Meinungen von bekannten Managern wie Ray Anderson, sowie Standpunkte von Peter Drucker, Milton Friedman und anderen Befürwortern der freien Marktwirtschaft wie dem Fraser Institute. Weiterhin wird Dr. Samuel Epstein zum Unternehmen Monsanto interviewt, welches das umstrittene Wachstumshormon Posilac vertrieb, um die Milchproduktion zu erhöhen.
Im Naturparadies Alpen stehen Forscher vor einem Rätsel. Im Thuner See beobachten sie mysteriöse Veränderungen an den Felchen. Fast die Hälfte der Fische hat missgebildete Geschlechtsteile. Sind chemische Stoffe, die ähnlich wie Hormone wirken, die Ursache für die Deformation? Droht auch den Menschen Gefahr?
Der Film beschäftigt sich mit den Auswirkungen hormonaktiver Chemikalien. Hormonaktive Chemikalien bestimmen unseren Lebensalltag. Sie stecken in Plastik, Kosmetik, Medikamenten und gelangen laufend in die Umwelt. Gleichzeitig machen Wissenschaftler weltweit alarmierende Beobachtungen...
Was sind die Selbstheilungskräfte des Menschen und wie können sie von Ärzten und Patienten aktiviert werden? Welche Ansätze in Medizin und Therapie gibt es, die diesen inneren Arzt nutzen? Welche Rollen spielen dabei psychische Kräfte und die innere Haltung des Menschen? Und: Muss sich die Medizin der Zukunft stärker ganzheitlichen Ansätzen öffnen?
Folgt man Experten, könnte eine verstärkte Umsetzung der Forschungserkenntnisse gravierende Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und die medizinische Praxis haben.
Bis in die 70er Jahre stellte die Pharmaindustrie Medikamente her, um Krankheiten zu heilen. Seitdem steht sie - zumindest teilweise - im Verdacht, dass sie auch Krankheiten schafft, um Medikamente zu verkaufen. Die in Forschung und Entwicklung getätigten Investitionen müssen sich nicht erst nach langer Zeit, sondern möglichst schnell rentieren - so fordert es eine kapitalistische Logik.
Ob es sich um überhöhte Cholesterinwerte, Depressionen, bipolare Störungen oder Impotenz handelt - die Dokumentation versucht herauszubekommen, inwieweit Pharmabetriebe Strategien verfolgen, die Menschen in Kranke - das heißt in Medikamentenverbraucher - verwandeln. Dabei werden Mediziner und Gesundheitsbehörden zu mehr oder weniger passiven Komplizen dieser Methoden.
Schenkt man den Aussagen des Films Glauben, scheint die bewusste Förderung von Krankheiten, im Fachjargon auch "Condition Branding" genannt, im Begriff zu sein, die moderne Medizin in ein riesiges Marketingunternehmen zu verwandeln, in dem die Wissenschaft in den Dienst der Industrie und nicht mehr in den der Patienten gestellt wird.
Wir lieben unsere Handys und können uns das Leben ohne Mobiltelefon nicht mehr vorstellen. Die Auswahl der Modelle ist mittlerweile endlos. Aber die schöne Welt der Handys hat eine dunkle, blutige Seite.
Ein Großteil der Minerale, die für die Mobiltelefonherstellung notwendig sind, kommen aus dem Osten Kongos. Die westlichen Industrienationen kaufen die sogenannten Konfliktminerale und finanzieren somit einen Bürgerkrieg, der, nach Auffassung von Menschenrechtsorganisationen, zu einem der blutigsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg zählt: In den letzten 15 Jahren hat er mehr als fünf Millionen Menschen das Leben gekostet, 300.000 Frauen wurden vergewaltigt. Es herrscht unfassbare Grausamkeit. Der Krieg wird andauern, solange bewaffnete Gruppen die Kriegsführung durch den Verkauf der Mineralien weiter finanzieren können.
Filmemacher Frank Poulsen ist seit Jahren Besitzer eines Nokia-Handys. Er will herausfinden, ob er den Konflikt im Kongo mit unterstützt. So macht er sich auf die Reise in den Kongo und nimmt viele Strapazen auf sich, um sich ein Bild von der illegalen Minenindustrie zu verschaffen. Dank seines Mutes und seiner Hartnäckigkeit erhält er schließlich Zugang zu der größten Mine in der Kivu-Region, die von verschiedenen bewaffneten Gruppen kontrolliert wird. Ein Bild des Schreckens offenbart sich ihm: Kinder verbringen Tage in dunklen, engen Tunneln und graben mit bloßen Händen die Mineralien aus, die sich dann in unseren Telefonen wiederfinden.
Wieder zurück in Europa versucht Frank Poulsen mehrfach mit dem weltweit größten Mobilfunkhersteller Nokia in Kontakt zu treten. Frank Poulsen möchte von seiner Handyfirma hören, dass sie keine Konfliktmineralien verwendet und dass er als Konsument nicht den Bürgerkrieg im Kongo mitfinanziert. Eine Garantie dafür bekommt er von Nokia nicht.
"Blood in the Mobile" ist eine Dokumentation über unsere Verantwortlichkeit im Konflikt im Kongo und über die soziale Verantwortung von Unternehmen.
Der Film erklärt, wie mit Nahrungsmitteln spekuliert wird, welche Gefahren es birgt und was deshalb geschehen muss.
Mehr Informationen: http://www.weed-online.org
Die neuesten Jeans, verführerische Dessous, trendige Schuhe - viele Modeketten locken mit schicker Kleidung zu günstigen Preisen. Doch der schöne Schein trügt. Oft finden sich bedenkliche Chemikalien in den Textilien. Auch Rita Lemoine leistete sich ein Paar schöne neue Schuhe und ahnte nicht, dass das teure Modell mit dem Antischimmelmittel DMF belastet war. Rita Lemoine litt unter Lähmungen und ihre Haut war wie verbrannt. Zwar ist DMF seit 2009 in der EU verboten, aber es fehlen Kontrollen. Besonders in Schuhen aus China wird das Gift immer wieder gefunden.
Ein Großteil der in Europa verkauften Kleidung kommt aus Asien. Dort werden Chemikalien eingesetzt, die hier tabu sind. Besonders in Bangladesch fordert die Textilproduktion ihre Opfer. Immer wieder sterben Arbeiter in den Gerbereien durch die verwendeten Gifte. Chrom, Azofarben, Chlorgas, alles ist dort frei erhältlich. Dass es immer noch eingesetzt wird, erlebt der Chemiker Thorsten Ollesch bei der Messung der Containerluft im Hamburger Hafen. Zwei Drittel der Importcontainer sind mit chlororganischen Substanzen belastet.
Auch hierzulande leiden Arbeiter in der Textilbranche. Frauke Driessen bügelte zehn Jahre lang Jeans für ein großes Modehaus. Sie wurde krank. In ihrem Blut fand man die vermutlich krebserregende Substanz Dichlormethan, die auch in der Raumluft der Fabrik nachgewiesen wurde. Frauke Driessen ist kein Einzelfall. Jeans werden meist mit Chlor gebleicht, mit Formaldehyd in Form gehalten und immer wieder werden billige Farbstoffe eingesetzt. Diese wurden auch im Blut von Julia Neumann gefunden. Die junge Frau hat als Dekorateurin für eine internationale Modekette gearbeitet und bekam Nierenprobleme.
Welche Wirkungen die schädlichen Stoffe auf den Verbraucher haben, kann man heute erst ahnen. Die Haut ist das größte Organ. Wenn sich die Giftstoffe aus der Kleidung über Jahre im Körper anreichern, können sie Allergien, Nervenkrankheiten und möglicherweise sogar Krebs verursachen.
Trotz allen Fortschritts ist es bis heute nicht gelungen, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Noch immer leidet ein Sechstel der Erdbevölkerung unter Mangelernährung. Dabei wäre Nahrung für alle da, meint die Filmemacherin Marie-Monique Robin. Ihr Dokumentarfilm zeigt, dass eine ökologische Landwirtschaft ausreichend Nahrung für alle Menschen bereitstellen könnte.
Ein Sechstel der Weltbevölkerung leidet gegenwärtig Hunger. Aber das ist kein unabwendbares Schicksal. Anhand von Beispielen aus Mexiko, Japan, Malawi, Kenia, Senegal, den USA und mehreren europäischen Ländern veranschaulicht Filmemacherin Marie-Monique Robin, dass radikales Umdenken gefordert ist und dass die Lebensmittelkette anders verwaltet und organisiert werden muss - und kann, um dem Hunger in der Welt Abhilfe zu schaffen.
Mittlerweile beweisen weltweit aktive Initiativen, dass ökologische Landwirtschaft, die umweltgerecht und ressourcenschonend verfährt, nicht nur möglich, sondern auch ertragreicher ist als die industrielle Produktion von Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass den Bauern - und nicht nur den Großproduzenten unter ihnen - wieder eine Schlüsselrolle in der für die Zukunft der Menschheit unabdingbaren Entwicklung zugebilligt wird.
Um nicht weiter vom Erdöl abhängig zu sein, fördert die europäische Politik nachwachsende Rohstoffe. Das im Januar 2008 verabschiedete Klimapaket strebt eine Quote von zehn Prozent Biospritanteil im Benzin an.
Biotreibstoffe gelten als Wundermittel im Kampf für ein besseres Klima. Doch ihre ökologische Bilanz ist noch mäßig und sie binden Ackerfläche, die der Nahrungserzeugung dienen sollte. Menschen in der Dritten Welt müssen hungern, damit wir unsere Autos mit ökologisch gutem Gewissen tanken können. Allein in Indonesien gehen durch die Palmölproduktion Lebensraum und Nahrung für Millionen von Menschen verloren. Immer mehr Ureinwohner und Kleinbauern werden aus dem Regenwald vertrieben, weil hier riesige Flächen für die Palmölproduktion gerodet werden. Großkonzerne eignen sich das Land an, ohne die ursprünglichen Besitzer zu entschädigen oder zu beschäftigen. Während das Öl mit Gewinn nach Europa exportiert wird, müssen die Menschen in Indonesien um Nahrung betteln. In Indien bahnt sich eine ähnliche Entwicklung an. Finanziert durch europäische Entwicklungsgelder wird hier ein neues Biospritprogramm von Mercedes Benz gefördert. Auf angeblich ungenutztem Brachland wird die giftige Jatropha-Nuss angebaut. Die Bauern haben ihre Viehweiden verloren, die ersten Kinder haben sich mit den Nüssen vergiftet. Rinder und Schafe sind verendet. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, hat die Biotreibstofffabrikation als "Verbrechen gegen die Menschheit" bezeichnet.
Die Rivalität zwischen dem Amerikaner Rockefeller und den Brüdern Alfred und Ludvig Nobel prägte von Anfang an die Erdölindustrie. Der Erste Weltkrieg wurde hauptsächlich dank der Öltransporte von Rockefellers Standard Oil Company gewonnen. Als der amerikanische Magnat 1916 von der Unterzeichnung des geheimen Sykes-Picot-Abkommens und der britisch-französischen Aufteilung des Nahen Ostens erfuhr, dessen schwarzes Gold er ausbeuten wollte, setzte er die Lieferungen aus.
1928 besiegelten die Erdölmagnaten durch ein Abkommen, dessen Inhalt bis 1952 geheim blieb, die Aufteilung der weltweiten Lagerstätten.
Der Zweite Weltkrieg wurde für die Erdölmultis zur Quelle gigantischer Profite. Aufgrund eines korrupten Preissystems mussten die alliierten Marineverbände eine horrende Summe für die dringend benötigten Erdöllieferungen zahlen. Zur gleichen Zeit arbeitete der Erdölriese Exxon eng mit dem Chemiekonzern IG Farben zusammen, der unter anderem das Zyklon B für die Gaskammern der Nazis herstellte.
Zeitzeugen erklären, inwiefern die Ölkrise von 1973 nur eine riesige, von den Ölfirmen veranstaltete Manipulationskampagne war, die den Ölpreis in die Höhe treiben sollte, um mit dem entstandenen Gewinn Investitionen in Alaska und der Nordsee zu finanzieren. Zum ersten Mal erläutert Roger Robinson, der diese Strategie mittrug, wie die Reagan-Regierung Mitte der 80er Jahre die saudi-arabische Ölproduktion unterstützte, um durch einen allgemeinen Kursverfall den Zusammenbruch der Sowjetunion auszulösen.
Außerdem wird offenbar, dass die offiziellen Zahlen der weltweiten Ölreserven gefälscht und tatsächlich um 300 Milliarden Barrels niedriger sind als die Ölstaaten angeben. Diese Schlüsselinformationen verdeutlichen die Rolle des Öls in der Weltpolitik - denn der Krieg um die Ressourcen ist bereits in vollem Gange. Der ehemalige CIA-Direktor James Woolsey bestätigt: "Ich fürchte, dass wir nicht nur für ein paar Jahre im Krieg sind, sondern für Jahrzehnte. Am Ende werden wir Sieger sein - aber das Öl wird über diesen Krieg entscheiden."
Monsanto ist „public enemy number one” in der weltweiten Gentechnikdebatte. Das ist kein Wunder, wenn man die Wichtigkeit in Bezug auf die Marktanteile bei den gentechnischen Saaten beachtet. Gleiches gilt für das Geschäftsgebaren gegenüber Landwirten. Durchsetzung der eigenen Interessen steht - komme was da wolle - im Vordergrund, das ist gut dokumentiert (nicht zuletzt durch den Bericht „Monsanto gegen Bauern”).
Jetzt hat der Fernsehjournalist Manfred Ladwig diesem Mosaik einen weiteren Stein hinzugefügt: „Gift im Angebot” stellt die Herstellung und den Vertrieb von Giftstoffen in den Mittelpunkt. Natürlich geht es um Roundup, das Gift, das mit den gentechnisch veränderten Pflanzen des Konzerns im Doppelpack abgegeben wird. Aber darauf beschränkt der Redakteur des Südwest-Rundfunks seinen Dokumentarfilm bei weitem nicht. Vielmehr zeigt er, dass die Herstellung von Giftstoffen, aber auch das Überschreiten der Grenze zwischen Legalität und Illegalität zum üblichen Geschäft und zum scheinbar üblichen Geschäftssgebaren gehört.
Immer wieder - bei PCB, Agent orange und Roundup (Wirkstoff: Glyphosat) - Fälschen von Untersuchungsergebnissen, Nichteinhaltung von Auflagen, Umweltzerstörung, quasi-systematische Vergiftung von AnwohnerInnen und MitarbeiterInnen ... wenig, was es nicht gibt in der mehr als einhundertjährigen Geschichte des Konzerns.
Agent-orange-Opfer aus Vietnam kämpfen noch heute vor amerikanischen Gerichten - gemeinsam mit ihren einstmaligen Feinden, den US-amerikanischen GI's, die ihrerseits im Krieg vergiftet wurden. „Ein scheußliches und schlechterdings nicht tolerierbares Verhalten in der Gesellschaft”, wie es im Rahmen eines Prozesses zu der als Weichmacher eingesetzten Chemiekalie PCB höchstrichterlich festgestellt wird. Und unglaublich, wenn es, wie in Ladwigs Dokumentation schlicht und unspektakulär dargestellt daherkommt. Bei der bekannten Prozess-Freude des Gentech-Konzerns aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri muss es als Schuldeingeständnis gewertet werden, dass Monsanto gegen diesen Film nicht vor Gericht zog.