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Mittwoch, 8. Januar 2014

MAMA AFRIKA - WIEGE DER MENSCHHEIT



Die Abstammung der Menschen aller Kontinente lässt sich mit Hilfe moderner Genforschung bis auf eine genetische Urmutter zurückverfolgen, der die Wissenschaftler den Namen Eva gaben. Nach Erkenntnissen von Genforschern und Paläoanthropologen stammen alle Menschen von einer einzigen Frau ab. Die Urmutter lebte vor etwa 150000 Jahren in Ost-Afrika.  

Jeder Mensch auf der Erde weist in der DNS der Mitochondrien eine verwandtschaftliche Linie zu der Afrikanerin auf.

Erst Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entdeckten Wissenschaftler die Bedeutung der mitochondrialen DNS als Schlüssel zur Ahnengalerie. Je älter eine Abstammungslinie, desto variantenreicher und variabler zeigt sich das Erbgut.

Genanalysen von Menschen aller Kontinente haben ergeben, dass Afrikaner über einen weitaus größeren Schatz in ihrem Erbgut verfügen. Aborigines, Asiaten, Europäer und Uramerikaner haben alle sehr ähnliche und weniger vielseitige DNS Sequenzen.

Daraus lässt sich schließen, dass Afrikaner die genetisch älteste Menschenrasse darstellen. Vergleichende genetische Untersuchungen versetzen die Wissenschaftler sogar in die Lage, die Ausbreitung der Menschen in etwa siebentausend Generationen über den gesamten Erdball nachzuzeichnen. Von der Wiege des modernen Menschen in Afrika brach vor ungefähr 80000 Jahren eine Gruppe von Menschen auf in Richtung Yemen - der erste Schritt zur Besiedlung des Blauen Planeten durch den modernen Menschen.

Der Dokumentarfilm liefert Antworten auf Fragen nach der Abstammung des Menschen und der Ausbreitung des Homo sapiens auf der Erde.

Montag, 27. Mai 2013

AL NAKBA - DIE KATASTROPHE



"Al Nakba" ist eine Filmdokumentation des arabischen TV-Senders AlJazeera International. Der Film ist deutsch untertitelt.

Anhand von Archivmaterial, Beiträgen von Wissenschaftlern und Zeitzeugen wird die Geschichte Palästinas ab 1840, die Entstehung der zionistischen Bewegung und das zionistische (israelische) Völkerverbrechen aus Nationalismus, Imperialismus, Massenmord, Gewalt, Vertreibung, ethnischen Säuberungen und Landraub eindrucksvoll nachgezeichnet.

Der "Al Nakba" Dokumentarfilm wurde zum ersten Mal am 60. Jahrestag der palästinensischen Katastrophe (Nakba-Gedenktag) 2008 ausgestrahlt. "Al Nakba" gewann den Preis für den besten Dokumentarfilm auf dem "Fifth International Film Festival" Doha, Qatar und den Publikumspreis beim "Neunten Euro-Arab Film Festival" Santiago, Spanien.

Dienstag, 29. Mai 2012

DER TODESREITER VON DARFUR



Ausgezeichnete Dokumentation aus dem Jahre 2007 als nachdrückliches Dokument menschlicher Grausamkeit, aber auch des Versagens der Staatengemeinschaft.

Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst sucht der ehemalige US Marine Brian Steidle nach einer neuen Aufgabe. Im Internet stößt er auf eine Anzeige, in der die "Afrikanische Union" einen Militärbeobachter für den Sudan sucht. Steidle erhält den Job und fliegt nach Darfur. Nicht ahnend, was ihn erwartet, muss er mit ansehen, wie im Auftrag der dortigen Regierung ein systematischer Völkermord betrieben wird. Dörfer werden niedergebrannt und deren Einwohner vergewaltigt, als Geiseln genommen, bei lebendigem Leibe verbrannt oder erschossen. Doch er darf nicht eingreifen. Als Militärbeobachter sind ihm die Hände gebunden. Frustriert kehrt er in seine Heimat zurück, um Presse, Regierung und Behörden zu informieren.

Mittwoch, 18. Januar 2012

INCENDIES - DIE FRAU DIE SINGT



In dem bewegendem Familien-Epos "Die Frau, die singt" entdecken zwei Geschwister die leidvolle Geschichte ihrer Mutter.

Jeanne Marwan ahnt wenig von der Vergangenheit ihrer Mutter. Im saturierten Québec der Gegenwart unterrichtet die Hochbegabte Mathematik, reine Mathematik sogar, theoretische Mathematik an der Universität. Als die Mutter, die so oft schweigsam, verstört und abwesend wirkte, stirbt, hinterlässt sie den Zwillingen Jeanne und Simon ein rätselhaftes Testament.

Eröffnet wird es den beiden jungen Leuten von Notar Jean Lebel, für den die Mutter 18 Jahre lang das Sekretariat besorgte. Lebel, ein Freund der Familie, verliest das Dokument beklommen, fast entschuldigend. Darin trägt die Verstorbene, Narwal Marwan, den Kindern auf, zwei Menschen zu suchen: den Vater, den sie für tot hielten und dessen Identität sie nicht kennen, und einen Bruder, von dessen Existenz sie nichts wussten. Ihnen sollen die Zwillinge Briefe der Mutter übermitteln, sobald sie sie gefunden haben. Erst wenn sie diese Wünsche erfüllt haben, dürfen sie ihrer Mutter einen Grabstein setzen.

Dieser fast märchenhafte Auftrag ist der Auftakt zu einer Odyssee der beiden Hinterbliebenen – auf den Spuren einer grauenvollen Odyssee. Es ist auch der Auftakt zu einem monumentalen Filmepos, das trotz traumatischer Ereignisse in den Rückblenden zum Leben der Narwal Marwan ganz still bleibt, unaufgeregt, sogar diskret.

Der Drehbuchautor Wajdi Mouawad hat erklärt, es sei nicht wichtig, wo die Szenen spielen – man denkt im Film an Algerien, dann eher an den Libanon – und dass es ihm keineswegs um den Appell gehe, "seine Wurzeln zu finden". Zeigen und mitempfindbar machen will er, welche Auswirkungen aus Hass und Vergeltung geführte Kriege auf ganze Generationen und Großgruppen haben können. Ob Christen oder Muslime Opfer sind oder Täter, das steht hier nirgends im Vordergrund. Jede Relevanz von Zugehörigkeiten erlischt angesichts der Grausamkeit eines Geschehens, das das Gewebe der Gesellschaft auflöst.

Die Frau, die singt hätte mühelos als Thriller oder als Kriminalfilm mit Kriegskulisse gedreht werden können. Wie Villeneuve dies alles vermeidet und dass er einen die Länge des Films völlig vergessen lässt, während man den Szenen folgt, ist verblüffend. Am Ende haben zwei junge Leute in der Geschichte ihrer zähen Flüchtlingsmutter und deren Überleben ein Ausmaß an Leid entdeckt, von dem sie nichts geahnt hatten, oder, das legen Äußerungen des Sohnes nahe, das sie nicht einmal ahnen wollten. Aber sie haben Klarheit. Und ohne Klarheit, so hatte der alte, jüdische Mathematikprofessor zu Jeanne am Anfang gesagt, wirst du nie Ruhe finden.

Auszug Kritik Tagesspiegel.

VORSCHAU INCENDIES - DIE FRAU DIE SINGT



Mittwoch, 2. November 2011

SIN NOMBRE



Gemächlich schlängeln sich die Güterzüge durch Mexiko Richtung Norden. Darauf reisen die Hauptfiguren des eindrücklichen Spielfilmdebüts «Sin Nombre» von Cary Fukunaga. Rasant und packend schildert er in seinem Flüchtlings- und Bandendrama eine Reise der Hoffnung.

Die USA sind das Ziel einer Familie aus Honduras, die aus dem etwa 17-jährigen Mädchen Sayra, ihrem Vater und ihrem Onkel besteht. In Tapachula gelangen sie von Guatemala über die Grenze nach Mexiko, wo sie auf den Güterzügen bis zur Grenze zu den USA gelangen wollen. In Tapachula treibt auch Casper sein Unwesen. Er ist Mitglied der brutalen Bande Mara Salvatrucha, in die er gerade einen jungen Knaben einführt, der den Spitznamen El Smiley erhält.

 Obschon Casper verhindern möchte, dass seine geheime Freundin in die kriminelle Welt hineingezogen wird, taucht sie eines Abends bei einem Treffen auf. Der lokale Bandenführer Lil' Mago versucht sie zu vergewaltigen, erschlägt sie dabei aber versehentlich. Als Lil' Mago mit El Smiley und Casper später die Migranten auf dem Zug ausrauben, rächt sich Casper für den Mord an seiner Freundin und tötet Lil' Mago. Für seine Flucht bleibt er auf dem gleichen Zug wie die Familie aus Honduras. Zwischen ihm und Sayra entsteht mit der Zeit eine Zweckgemeinschaft. Derweil beschliesst die restliche Bande den Tod von Casper.



Dreckig ist die Welt der Migranten auf dem Weg von Süden nach Norden. Auch die Welt der gewalttätigen Banden ist nicht wirklich glanzvoller. Unerschrocken und unerbittlich werden die Hauptfiguren in dieses Elend geworfen. Regisseur und Drehbuchautor Cary Fukunaga erzählt die Geschichte in imposanten Bildern. Die wunderschönen Aufnahmen von der Zugreise heben sich auf berührende Weise vom Elend der Migranten ab. Mitreissend sind auch die Schauspieler, die auf der Reise in ihren intensiven Rollen versinken.

Montag, 24. Oktober 2011

HUNGER



Der Film "Hunger" erzählt, wie Menschen, Gruppen und Organisationen darum ringen, eines der schlimmsten sozialen, politischen und ökonomischen Probleme unserer Tage zu lösen: den Hunger in der Welt. In fünf Ländern stellen Marcus Vetter und Karin Steinberger die Frage, wie Menschen mit dem Hunger leben, und warum so viele Konzepte der Entwicklungspolitik versagt haben. Von Haiti, wo die mittellosen Bauern mit den Zauberworten Freihandelspolitik und Strukturanpassung gelockt wurden, bis nach Kenia, wo ganze Landstriche seit Jahren von Lebensmittelhilfe abhängig sind.

Man kennt das Bild mittlerweile. Ein Boot voller Menschen am Touristenstrand auf Gran Canaria. Sie schleppen sich durch den Sand, halb verhungert, bleiben einfach liegen und schauen auf die unter Sonnenschirmen liegenden Touristen. Sie sind Boten eines explosionsartigen Bevölkerungs-wachstums, das zu 95 Prozent in den Entwicklungsländern stattfindet. Sie zahlen ein Vermögen, um auf überfüllten Fischerbooten in eine Welt überzusetzen, die sie nicht kennen, aber von der sie wunderbare Dinge gehört haben. Unvorstellbaren Reichtum glauben sie dort zu finden, und Glück. Was aber treibt Menschen dazu, ihre Familien und ihre Heimat zurückzulassen und ihr Leben für eine ungewisse Zukunft zu riskieren?

Warum ist die Bekämpfung von Hunger so schwierig? Fakt ist: Es werden zehn Prozent mehr Lebensmittel produziert als man benötigt, um alle Menschen satt zu bekommen. Marcus Vetter und Karin Steinberger sind in fünf Ländern auf Spurensuche gewesen: Was sind die Gründe für Hunger?

Mauretanien ist für viele Afrikaner das Tor zur Welt – d. h. Europa. Tausende versuchen von der Hafenstadt Nouadhibou aus vor dem Hunger zu fliehen. Für viele ist es eine Flucht in den Tod. In Kenia verdursten im Schatten der Touristenhotels die Menschen, weil die reichen Wasservorkommen kanalisiert wurden, um zum Beispiel die riesigen Rosenplantagen zu bewässern. Die Blumen sind für europäische Großmärkte bestimmt. Deshalb glaubt eine junge Kenianerin, dass in Europa paradiesische Zustände herrschen.

In Indien versuchen Kleinbauern mit geringem Erfolg mit gen-manipuliertem Reis zu überleben. In Brasilien stellen Bauern längst die Bewohner der Favelas an der Peripherie der Großstädte. Brutal durchgesetzte Monokulturen der Großunternehmen haben ihnen die Lebensgrundlage entzogen. Auch noch ein halbes Jahr nach dem schweren Erdbeben auf Haiti, gehört Hunger zum Alltag der Menschen.

An fünf Beispielen dokumentieren Marcus Vetter und Karin Steinberger in ihrem Film Hunger in der Welt: Dabei haben sie auf die üblichen Bilder von hungernden afrikanischer Kinder verzichtet, sondern machen Hunger als Symptom einer globalen Krise deutlich. Für bloße Betroffenheit ist es inzwischen zu spät.
Mit ihrer Dokumentation „Hunger“ ist Karin Steinberger und Marcus Vetter inhaltlich und formal ein vorzüglicher Film gelungen, der unsentimental von Verlusten berichtet, aber auch Perspektiven aufzeigt.