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Freitag, 25. April 2014

DIE MÄCHTIGSTE BOMBE DER WELT



Die amerikanische Bombenexplosion vom 1. März 1954, besser bekannt als "Castle Bravo", ist eine der spektakulärsten Aktionen in der Geschichte der Wissenschaft. An jenem Tag zünden die USA ihre erste Wasserstoffbombe.

Erwartungsgemäß soll diese Wasserstoffbombe die Kraft von fünf Millionen Tonnen TNT produzieren. Im Vergleich dazu: Die Hiroshima-Bombe brachte eine Sprengkraft von 12.000 Tonnen auf. Als der große Feuerball ausbricht, weiß das Testteam sofort, dass etwas völlig schief gelaufen ist. Statt der fünf Megatonnen werden sogar 15 Megatonnen Explosionskraft freigesetzt. Die Explosion verdampft drei komplette Koralleninseln, während sie deren Asche 100.000 Fuß hoch in die Luft wirbelt. Die Asche driftet ab und regnet auf Hunderte von Menschen auf benachbarten Inseln herab und hinterlässt einen giftigen Abdruck auf einer Grundfläche von 7.000 Quadratmeilen.

Das sowjetische Bomben-Programm erreicht seinen Höhepunkt am 30. Oktober 1961 mit einer Bombe namens "Zar", die über der nordeuropäischen Insel Nowaja Semlja explodiert und für deren Entwicklung auch der spätere Dissident und Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow mitverantwortlich war. Bei 50 Megatonnen setzt sie in einer Nanosekunde das Zehnfache der Energie frei, die im gesamten Zweiten Weltkrieg von explosiven Stoffen freigesetzt wurde. Die Druckwelle der Explosion geht dreimal um die Welt. Wie waren die Sowjets in der Lage, die größte Bombe aller Zeiten zu zünden und warum in der Nähe von Ballungszentren in Nordeuropa?
Amerika wählte den Pazifik als Testgelände, weil es das am dünnsten besiedelte Gebiet der Erde ist. Und selbst dort gab es tödliche Konsequenzen, als "Castle Bravo" sicher geglaubte Grenzen überschritt. Nowaja Semlja liegt nur etwa tausend Meilen nördlich von Moskau.

Im Jahr 1963 vereinbarten die beiden Supermächte schließlich Waffenabrüstungsgespräche, um solche massiven Tests in Zukunft zu verbieten. Filmemacher Andy Webb lässt in seiner Dokumentation Zeitzeugen und Wissenschaftler zu Wort kommen.

Dienstag, 22. April 2014

YELLOW CAKE - DIE LÜGE VON DER SAUBEREN ENERGIE



Der Anfang der nuklearen Kette ähnelt einer Terra incognita. Über dem Uranerzbergbau liegt seit fünfundsechzig Jahren ein Geflecht aus Geheimhaltung und Desinformation. Selbst nach Tschernobyl und Fukushima spielen die verheerenden Folgen des Uranerzbergbaus so gut wie keine Rolle.

Deutschland hätte allen Grund zur Sensibilität: In Sachsen und Thüringen existierte bis zur politischen Wende der drittgrößte Uranerzbergbau der Welt. Er trug den Tarnnamen Deutsch-Sowjetische Aktiengesellschaft WISMUT. Bis 1990 lieferte die WISMUT 220.000 Tonnen Uran in die Sowjetunion. Etwa 99,9 Produzent des Erzes, das hier gebrochen und zu Uran verarbeitet wurde, waren unbrauchbare, aber giftige und radioaktive Rückstände. Deren sichere Verwahrung gehört überall in der Welt zu den ungelösten Problemen der Uranherstellung.

Seit zwanzig Jahren versuchen Tausende ehemalige Bergleute mit gigantischem Aufwand, ihre Vergangenheit zu bewältigen. Die Beseitigung des radioaktiven Mülls kostet den Steuerzahler am Ende fast sieben Milliarden Euro, doch ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Der preisgekrönte Film begleitet fünf Jahre lang das größte Sanierungsprojekt in der Geschichte des Uranerzbergbaus - ein Projekt, das von der bundesdeutschen und internationalen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Er nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise, die von den ehemaligen Uranprovinzen Thüringen und Sachsen zu den großen Uranminen der Welt in Namibia, Australien und Kanada führt.

Dienstag, 15. April 2014

TSCHERNOBYL!



"Tschernobyl!" ist eine packende Dokumentation von Thomas Johnson aus dem Jahre 2007.

Im Morgengrauen des 26. April 1986 explodierte der vierte Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl. Eine regenbogenfarbene Stickflamme schoss 1.000 Meter hoch in den ukrainischen Himmel. In den folgenden acht Monaten nahmen 800.000 junge Soldaten, Minenarbeiter, Feuerwehrleute und Zivilisten aus der gesamten Sowjetunion einen fieberhaften Kampf um Tschernobyl und gegen die Zeit auf.

Anhand von Augenzeugenberichten, darunter persönliche Erinnerungen des ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow, den eindringlichen, einzigartigen Bildern von Igor Kostin, des einigen Fotografen am Ort des Geschehens, Archivaufnahmen, Originaldokumentationen und neuesten Forschungsergebnissen folgt Tschernobyl den damaligen Ereignissen und arbeitet die langfristigen Konsequenzen des Unglücks für Menschen und Umwelt auf.

Freitag, 11. April 2014

ALLES IM GRIFF? - ARBEITEN IM ATOMKRAFTWERK



Für oder gegen Kernkraft? Wer sich diese Frage stellt, muss auch untersuchen, unter welchen Bedingungen die Nuklearindustrie heute wirtschaftet. Während für die Branche früher die Grundsätze für öffentliche Dienstleistungen galten, werden nun im Zuge der Liberalisierung des Energiemarkts Rentabilitätskriterien angelegt; Finanz- und Gewinninteressen herrschen vor und führen oft dazu, dass Arbeiten von Subunternehmen ausgeführt und Sicherheitsbelange vernachlässigt werden.

Beschäftigte französischer und anderer europäischer Kernkraftwerke räumen ein, dass es das Nullrisiko nicht gibt. Deshalb kontrollieren sie die Anlagen täglich und decken mitunter Gefahren auf. Ihre Sicherheit ist auch die unsere.

Trotz des gefährlichen radioaktiven Mülls und der Katastrophe von Tschernobyl, steht die Kernkraft heute international wieder hoch im Kurs, denn ihr Hauptvorteil besteht darin, dass sie wesentlich zur Senkung des CO2-Ausstoßes beiträgt. Doch um welchem Preis?

EINSTEINS GROSSE IDEE



Anhand der Lebensgeschichte von legendären Wissenschaftlern, Michael Faraday, Humphry Davy, Antoine Lavoisier und Emilie du Châtelet, erzählt das außergewöhnliche Doku-Drama 250 Jahre Wissenschaftsgeschichte.

Im Mittelpunkt des auf dem Bestseller "Bis Einstein kam" basierenden Films stehen einflussreiche Persönlichkeiten, deren Forschungen die genialen Ergebnisse Albert Einsteins erst möglich gemacht haben.

Der Film verdeutlicht, mit welchen persönlichen und beruflichen Schwierigkeiten diese Frauen und Männer bei ihrer Suche nach wissenschaftlicher Wahrheit zu kämpfen hatten.

Freitag, 4. April 2014

ATOMFRIEDHOF ARKTIS



Die Arktische See ist das weltweit wichtigste Fanggebiet für Kabeljau. Von hier kommt auch Fisch nach Europa. Doch auf dem Meeresboden lauern Gefahren. Versunkene Atom-U-Boote liegen hier, Tausende Metallkisten voller radioaktiver Abfälle, ganze Kernreaktoren, manche davon noch mit abgebrannten Brennelementen bestückt. Die russische Nordmeerflotte entsorgte ihre Nuklearabfälle im Eismeer in geringen Tiefen. Weit ab von jeder kritischen Öffentlichkeit verschwand das strahlende Erbe des Atomzeitalters in den Fjorden zwischen Norwegen und Russland. Wahrscheinlich wurde nicht einmal alles verzeichnet, was bei den geheimen, militärischen Verklappungsaktionen auf den Grund der Arktischen See befördert wurde.

Internationale Wissenschaftlerteams versuchen inzwischen, die Versenkungsstellen zu orten und Karten zu erstellen. Das Gefährlichste sind wohl drei alte sowjetische Atom-U-Boote, die hier auf Grund liegen. Die Außenhüllen der U-Boote rosten erschreckend schnell. Unterwasseraufnahmen zeigen Risse in den Bordwänden. An vielen Stellen kann das aggressive Salzwasser in die Boote eindringen. Messungen zeigen: Schon seit langem entweicht Radioaktivität. Sollte Wasser in die heiße Zone der Reaktoren eindringen, so warnen russische Experten, könnte es zu einer nicht mehr kontrollierbaren Kettenreaktion kommen.

Russische Beamte haben in einem Bericht, der nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, empfohlen, zwei der drei Atom-U-Boote bis spätestens 2014 zu bergen. Aber geht das überhaupt so schnell? Der Aufwand wäre enorm, die Aktion riskant. Wenn der Rumpf bricht, könnten die Reaktoren beschädigt werden. Doch bis heute liegt kein Auftrag der russischen Regierung für eine Bergung vor. Es bestehe "keine akute Gefahr", so die amtliche Sprachregelung. Doch interne russische Regierungsdokumente zeigen: In Wahrheit steht eine Umweltkatastrophe bevor.

Donnerstag, 3. April 2014

VERSENKT UND VERGESSEN



Heute sind die mehr als 100.000 Tonnen radioaktiver Abfälle, die auf dem Meeresgrund vor Europa liegen, längst vergessen. Früher wurden die Versenkungsgebiete regelmäßig untersucht und Meeresboden, Wasser und Fische auf Radioaktivität kontrolliert. Tatsächlich fanden Forscher dabei Radionuklide, die darauf hindeuten, dass Fässer leckgeschlagen sind. In Fischen wurden Spuren von Plutonium gefunden. Doch dann stellten die Regierungen die Untersuchungen in der Umgebung der sogenannten "Dumping Grounds" einfach ein. Welche Gefahren gehen heute von diesen Fässern aus?

Die Filmemacher Thomas Reutter und Manfred Ladwig haben sich mit einem Schiff, Spezialausrüstung und Unterwasserkameras auf die Suche nach den versenkten Atommüllfässern gemacht. Ein aussichtsloses Unternehmen, glaubte Greenpeace, denn die exakte Position der versunkenen Fässer ist unbekannt. Doch Harald Zindler, einer der Aktivisten, die damals im Schlauchboot gegen die Verklappungen kämpften, geht schließlich mit an Bord. Von der britischen Kanalinsel Alderney aus bricht das Team auf, den versunkenen Atommüll im Ärmelkanal zu finden.

Archivaufnahmen und Dokumente zeigen, wie sorglos und unverantwortlich bei der "Entsorgung" zu See mit Atommüll umgegangen wurde. Heute wäre sie illegal und kriminell. Wer war damals für diese Versenkungen verantwortlich? Die Filmemacher sprechen mit Zeitzeugen, verantwortlichen Politikern und Greenpeace-Aktivisten von damals. Sie zeigen aber auch, welche Schäden die radioaktiven Altlasten bei Menschen und in der Umwelt mittlerweile angerichtet haben. Sie befragen Wissenschaftler in ihren Laboren, nehmen selbst Proben und lassen diese analysieren.

Seit 1995 ist es zwar weltweit verboten, Atommüll von Schiffen aus ins Meer zu werfen. Es ist aber immer noch erlaubt, radioaktives Abwasser von Land aus ins Meer einzuleiten. Und genau das geschieht jeden Tag. Wiederaufarbeitungsanlagen pumpen flüssigen Atommüll in die Irische See und in den Ärmelkanal. Und auch die Langzeitfolgen der atomaren Meeresverschmutzung sind weitgehend unbekannt. Dass es darüber kaum Informationen gibt, ist kein Zufall: Die wahre Faktenlage wird geleugnet, heruntergespielt oder verheimlicht. Die Verantwortlichen beschönigen seit Jahren das wahre Ausmaß der Gefahren, die von dem versenkten und vergessenen Atomendlager im Meer ausgehen.

Dienstag, 1. April 2014

ALBTRAUM ATOMMÜLL



Auf die zunehmende Angst vor den Folgen der Erderwärmung reagieren Industrielle und manche Politiker mit dem Wundermittel Atomenergie: eine saubere und kontrollierbare Energie ohne schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, die sogar zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Aber ist sie wirklich so sauber, wie man uns weismachen will?

Atomkraftgegner und -befürworter streiten darüber, ob diese Form der Energie, die von den meisten europäischen Ländern bereits aufgegeben wurde, nun doch wieder genutzt werden soll. Im Zentrum der Debatte steht eine Angst, die alle teilen: die vor dem Atommüll.

Er ist die Schwachstelle der Atomenergie, ihre Achillesferse, ihr schlimmster Albtraum. Die Bevölkerung hat Angst vor dem Atommüll, die Wissenschaft findet keine annehmbare Lösung dafür, die Industrie versucht zu beschwichtigen, und die Politik meidet das Thema. Die wenigen europäischen Länder, die eine öffentliche Debatte über radioaktive Abfälle führen, haben bereits einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Dies gilt für Deutschland, Österreich, Schweden und Belgien. Aber was weiß man eigentlich genau? Wie kann man sich überhaupt eine klare Vorstellung bilden bei diesem Thema, das so lange unter Verschluss gehalten wurde? Wie erklärt sich dieses demokratische Defizit in einer politisch und ökologisch so wichtigen Angelegenheit?

Der Film sucht in Frankreich, Deutschland, den USA und Russland nach der Wahrheit über den Atommüll. 

Gemeinsam mit Experten der französischen „Kommission für unabhängige Forschung und Information zur Radioaktivität“ (CRIIRAD) hat das Filmteam mehrere Atomkraftwerke besucht. Anhand von Messungen und Proben vor Ort sowie in Gesprächen mit Beschäftigten der Atomindustrie und Atomkraftgegnern werden Antworten auf die Fragen gesucht, die sich alle stellen:

-       Sind radioaktive Abfälle gefährlich?
-       Wie wird mit ihnen umgegangen?
-       Gibt es eine Lösung für sie?

Im Gespräch mit Vertretern aus Politik (die frühere französische Umweltministerin Corinne Lepage und Robert Alvarez, Energieberater der Clinton-Regierung) und Industrie (Areva, EDF) werden weitere Fragen angeschnitten:

-       Wird die Bevölkerung ausreichend über die Gefahren radioaktiver Abfälle informiert?
-       Gehen Atomenergie und Demokratie überhaupt zusammen?
-       Wer entscheidet wirklich?
-       Was steht politisch und wirtschaftlich auf dem Spiel?
-       Bedroht der Atommüll die Zukunft der Kernenergie?

Indem er das Tabu „Atommüll“ angeht, ergründet der Film die dunkle Seite der Atomenergie, an der auch ihr demokratisches Defizit deutlich wird. Er will Klarheit in ein Thema bringen, das für die Zukunft der Menschheit von entscheidender Bedeutung ist.

Montag, 24. Februar 2014

TOXIC SOMALIA - SOMALIA UND DIE GIFTMÜLLMAFIA



Vor den Küsten Somalias, dem bitterarmen Land am Horn von Afrika, wird seit Jahren giftiger Müll im Meer versenkt. Während ausländische Geschäftemacher hier eine ergiebige Geldquelle aufgetan haben, leidet die Bevölkerung Somalias unter den gesundheitsschädlichen Folgen dieses illegalen Treibens.

Um eine Tonne Giftmüll vor der Küste Somalia abzuladen, werden lediglich 2,50 US-Dollar fällig. Das macht die Gewässer vor den Toren des armen ostafrikanischen Landes zur billigsten Müllhalde der Welt.

Während diese illegale Müllentsorgung eine ergiebige Einnahmequelle für ausländische Geschäftemacher ist, macht der giftige Abfall, der zumeist aus den reichen Ländern Europas stammt, Hunderte von Somaliern krank.

 

Aber wer lädt hier wirklich seinen Müll ab und wer profitiert von diesem verbrecherischen Treiben?

Zwei italienische Journalisten mussten entsprechende Recherchen bereits mit ihrem Leben bezahlen.

Bei der Suche nach Antworten stößt die investigative, schockierende Dokumentation auf eine Verquickung von italienischer Mafia, somalischen Piraten und schmutzigen Giftmüllgeschäften.

Donnerstag, 25. April 2013

TSCHERNOBYL FOREVER



27 Jahre nach dem atomaren Super-GAU im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl untersucht die Dokumentation die aktuelle Lage in den am stärksten radioaktiv kontaminierten europäischen Staaten (Weißrussland, Norwegen und Griechenland).

Nach dem Reaktorunglück im sowjetischen Tschernobyl am 26. April 1986 dauerte es mehr als zehn Tage, bis das Feuer unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die radioaktiven Gase bildeten in über 2.000 Meter Höhe drei Wolken, die der Wind in Richtung Skandinavien, Mitteleuropa und Balkan trieb. 70 Prozent der radioaktiven Substanzen gingen nördlich von Tschernobyl über Weißrussland nieder, doch auch andere Länder in Westeuropa wurden langfristig verseucht: von Norwegen, bis Griechenland, von Österreich bis Frankreich. Mittels moderner Technik ließen sich die Explosion und die Ausbreitung der Radioaktivität nach Norden und Westen in den Tagen nach dem Unglück rekonstruieren.

Die Dokumentation folgt den Spuren der drei Atomwolken und gibt die unterschiedlichen Erfahrungen der Betroffenen mit den Folgen von Tschernobyl, die Meinung einfacher Bürger und die Standpunkte von Nicht-Regierungsorganisationen sowie Expertenmeinungen wieder.

Die Reise führt auch in ein Sperrgebiet in Weißrussland. Das liegt ganz in der Nähe des Reaktorstandorts, der sich in der angrenzenden Ukraine befindet. Dort ist die Lage weiterhin kritisch. Umwelt, Gesundheit und Nahrungskette sind dauerhaft gestört, und die Kontamination setzt sich fort. Das gilt auch für andere Regionen Europas, in Norwegen zum Beispiel weist die Volksgruppe der Sami eine ebenso hohe Belastung mit radioaktivem Cäsium auf wie die Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft des Atomkraftwerks. Wahrscheinlich wurden die Sami durch den Verzehr ihrer Rentiere kontaminiert, die ihrerseits durch verseuchte Flechten belastet sind. Außerdem könnte ein Waldbrand in der Nähe von Tschernobyl auch heute noch eine neue radioaktive Wolke erzeugen.

Donnerstag, 4. April 2013

FUKUSHIMA - DIE WAHRHEIT HINTER DEM SUPER-GAU



In kaum einem Land der Erde ist der Glaube an die Sicherheit der Kernenergie so tief verwurzelt wie in Japan. Und in kaum einem anderen Land der Erde ist die Verflechtung zwischen Nuklearindustrie, Regierung und Aufsichtsbehörden so stark wie in Japan. Als das Erdbeben und der Tsunami am 11. März 2011 die Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zerstörten und es zum Super-GAU kam, wurde das ganze Land in seinen Grundfesten erschüttert.

Nahezu reflexartig setzte die Maschinerie des Abwiegelns, der Beschwichtigung und der Verschleierung ein, versuchten Betreiber, Regierung und Aufsichtsbehörden das wahre Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen. Erst mit wochenlanger Verzögerung gestanden die Verantwortlichen ein, dass es einen atomaren Unfall gegeben hatte, der die Dimension der Katastrophe von Tschernobyl vielleicht sogar übertrifft. Doch ist das ganze Ausmaß der nuklearen Apokalypse überhaupt bekannt?

Die Dokumentation geht der Frage nach, was in den Reaktorblöcken 1 bis 4 des Atomkraftwerks in Fukushima tatsächlich passiert ist, und inwieweit die Verantwortlichen in Japan die Details und den Umfang der Katastrophe vor der eigenen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit verborgen haben und bis heute verbergen. Mit Hilfe internationaler Experten analysieren die Filmemacher die tatsächlichen Abläufe in Fukushima am Tag der Havarie und in den Wochen danach und zeichnen ein Bild des Krisenmanagements der japanischen und internationalen Atomlobby, die alles daran setzt, dass auch nach dem Super-GAU in Japan das globale Multimilliardengeschäft mit der Kernenergie weitergehen kann.

Bis heute behaupten die japanische Regierung und die Betreibergesellschaft Tepco gegenüber der Öffentlichkeit, die Lage in den zerstörten Reaktoren kontrollieren zu können. Gleichzeitig werden die Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung massiv heruntergespielt. Die Katastrophe von Fukushima war ein Super-GAU, der ein bislang unbekanntes Ausmaß erreicht hat.

Montag, 9. April 2012

HIROSHIMA



Es war ein Ereignis, das die Weltgeschichte auf einen Schlag veränderte: Der verheerende Atombombenangriff auf die japanische Stadt Hiroshima am 6. August 1945 war der Urknall des Atomzeitalters. Der gleißende Blitz und die pilzförmige Wolke wurden zum Symbol menschlicher Zerstörungskraft. 

Wie es dazu kam und welche Folgen der Abwurf der Bombe hatte, zeichnet dieses Doku-Drama, das die BBC in Zusammenarbeit mit dem ZDF realisiert hat, in bislang einzigartiger Intensität nach.

Zeugenaussagen, Archivbilder, Computeranimationen und aufwändige filmische Rekonstruktionen zeigen zum ersten Mal ein vollständiges Bild des dramatischen Geschehens. Zu Wort kommen die Crewmitglieder des amerikanischen Atombombers "Enola Gay", darunter der Kommandant Paul Tibbets, zeitgenössische Kenner des politischen Hintergrunds, vor allem aber japanische Opfer des Atomangriffs.

Ihre Erlebnisberichte vermitteln auf eindringliche Weise, mit welcher Urgewalt die Bombe Leben vernichtete, das gesamte Dasein der Menschen erschütterte, wie nahe Trostlosigkeit und Menschlichkeit in jenen Tagen beieinander lagen. Filmszenen, die in Japan, Großbritannien und Polen dank internationaler Zusammenarbeit mit großem Aufwand gedreht werden konnten, geben den Erinnerungen ein Gesicht. 

Die Erfahrungen der wenigen noch lebenden Augenzeugen münden in die Hoffnung, dass der Schock von Hiroshima auf Dauer eine Mahnung für die Menschen bleiben wird.

Montag, 19. Dezember 2011

DEADLY DUST - TODESSTAUB



Diese Dokumentation von Frieder Wagner erzählt von einem Kriegsverbrechen: dem Einsatz der Uranmunition im Irak, im Bosnienkrieg und im Kosovo. Diese Wunderwaffe der Alliierten durchdringt einen feindlichen Panzer wie ein Messer die Butter. Dabei verbrennt das radioaktive Uran, das zudem hochgiftig ist und eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren hat, zu winzigsten Nanopartikelchen. Eingeatmet können sie tödliche Krebstumore verursachen und den genetischen Code aller Lebewesen für viele Generationen deformieren. In den betroffenen Ländern sind dadurch inzwischen ganze Regionen unbewohnbar geworden.

Der deutsche Tropenarzt und Epidemiologe Dr. Siegwart-Horst Günther machte nach dem Golfkrieg 1991 als erster auf die verheerenden Folgen von solchen Urangeschossen aufmerksam und wurde dafür in Deutschland diskreditiert und verfolgt. Der Film begleitet ihn und seine amerikanischen Kollegen bei ihren Untersuchungen im Kosovo, in Bosnien und im Irak. Überall dort hatten amerikanische Truppen die gefährliche Uran-Munition eingesetzt.

Der Film zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen unter denen besonders die Kinder in den Kriegsgebieten zu leiden haben. Nach Ende des jüngsten Irak-Krieges entdeckten die Experten in der Umgebung von Basra kontaminierte Kriegsschauplätze, deren radioaktive Verseuchung die natürliche Erdstrahlung um das 20.000-fache übertrifft.